Mystisches Walpurgis

panorama

Verhext, verzaubert und immer noch geheimnisvoll

geschichteViele verschiedene Legenden, Mythen und Erzählungen gibt es zu dem Thema Walpurgisnacht. Wir haben an dieser Stelle versucht eine kurze Gesamtübersicht der Ereignisse in der Geschichte Deutschlands und des Harzes für Sie zusammenzustellen.

Ursprung auf dem Brocken:
Die Walpurgisgeschichte ist unzertrennlich mit dem Brocken („Blocksberg") verbunden. Allerdings sind die Geschichten, die sich um den Berg tummeln alle rein mythisch-literarische Werke, es wurden nie archäologische Erklärungen gefunden. Laut einer Legende wurde zu Ehren der Hochzeit von Donar und Freya jedes Jahr am 1. Mai ein großes Gelage auf dem Gipfel abgehalten. Später kam hinzu, dass auf dem Brocken wenige aber schreckliche „Hexengeständnisse" erzwungen wurden.

Namensgebung:
Am 1. Mai feierte man auch die Heiligsprechung der heiligen Äbtissin Walburga. Diese verstarb am 25. Februar 779 (oder 790), da aber dieser Tag oft in die Fastenzeit fiel wurde die Feier auf den 1. Mai verlegt. Dadurch entstand eigentlich zufällig die „Walpurgisnacht".

Entwicklung der traditionellen Feiern:
Mit Gründung des Deutschen Reiches 1871 schien der Wunsch des damaligen Volkes ein „einig Volk" zu sein zum ersten Mal wahr zu werden. Daraus entstanden im 19. Jahrhundert viel verschiedene traditionelle Erfindungen. Alte Legenden wurden zum Teil neu belebt und so entstand aus der Geschichte Donars und Freyas eine religiöse Gemeinschaft, die vielen Menschen neuen Halt gab.
In dieser Zeit war der Brocken bereits touristisch relevant und verschiedene Wege führten zum Gipfel. Auf einem dieser Wege erklomm auch Goethe den Weg und schrieb später in "Faust I" die berühmte „Walpurgisnacht", die den Brocken endgültig bekannt machte.
1889 feierte eine kleine Gruppe Wanderer erstmalig die Walpurgisnacht auf dem Brocken. Dabei ging es nicht darum ein teuflisches Ritual zu begehen, sondern ein ausgelassenes Fest nach dem Vorbild der Hexen in „Faust I" zu feiern. Diese kleine Ansammlung von Wanderern legte damit den Grundstein für die Feiern im Harz.

Warum Walpurgis und nicht Hexenverbrennung?
Zusammenfassend sei also gesagt, dass die Walpurgisfeiern im Harz sich auf Mythen und Legenden stützen und sich nicht mit der schrecklichen Epoche der Hexenverbrennungen identifizieren. Diese vermeintliche Tradition wurde von den Nationalsozialisten wiederbelebt. Mit der Übergabe einer Puppe in das Feuer wollte man „den Verräter Schuschnigg" darstellen (österreichischer Bundeskanzler). Diese Zeremonien gehören ebenso einem dunklen Zeitalter an, wie die Hexenverbrennungen.

Weitere Informationen:

Tourist-Information Hahnenklee
Kurhausweg 7, 38644 Goslar-Hahnenklee
Tel.: 05325 5104-0, Fax: 05325 5104-17
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